Ein gelungener Rückblick auf 40 Jahre rund ums Pferd
Trotz des stürmischen Wetters ließen es sich zahlreiche Pferdefreunde am letzten Wochenende nicht nehmen, beim Tag der offenen Tür des Reit- und Fahrvereins Birkenau vorbeizuschauen. Dieses Jahr gab es einen besonderen Anlass zum Feiern, denn der Verein engagiert sich schon seit seiner Gründung im Jahr 1969 für Jugendarbeit im Pferdesport und wollte nun zusammen mit seinen Gästen dieses Jubiläum feiern. Eigens zu diesem Zweck hatten einige Mitglieder ihre Unterlagen durchstöbert und unter anderem Fotos, Zeitungsberichte und alte Ausgaben der Vereinszeitung „Die Trense“ entdeckt, die die letzten 40 Jahre Vereinsgeschichte widerspiegeln.
Das erste rockige Highlight zum Jubiläumswochenende fand am Samstag statt: Anlässlich des 40jährigen Bestehens hatten sich die „Light Bangers“ angekündigt, um auf dem Vereinsgelände ganz unter dem Motto „Rock de Stall“ für die insgesamt über 80 Zuschauer für Unterhaltung zu sorgen. Das Dosen-Rock-Repertoire von DJ Markus aus Ladenburg reichte von Rock aus den 60ern bis zu aktuellen Hits von heute. Unterstützt wurde er von VJ Jens, der die Musik mit fetzigen Videos auf einer Großbildleinwand unterlegte.
Am nächsten Morgen waren die fleißigen Helfer trotz der späten Stunde am Vortag wieder voller Tatendrang und begannen den Tag der offenen Tür mit Ponyreiten für die Kinder und Frühschoppen für die Eltern. Das darauf folgende abwechslungsreiche Programm wurde von der Voltigiergruppe eröffnet, wobei so mancher Zuschauer ins Staunen geriet, wenn die Jüngsten im Alter von 5 bis 8 Jahren ihre Kunststücke auf dem Pferderücken von Voltigierpferd „Polo“ im flotten Galopp vorführten. Wie eine Reitstunde der fortgeschrittenen Reiter abläuft, zeigte Kirsten Ester mit ihren Schülerinnen Lea Klink, Helen Gassner, Mimi Ester und Barbara Falter, die ihre wegen des stürmischen Wetters etwas schreckhaften Schulpferde trotz allem gut im Griff hatten. Anschließend wurde es märchenhaft auf der Reitanlage, als Schneewittchen mit ihren 7 Zwergen in die Bahn ritt und die Jugendlichen unter dem Applaus der Zuschauer die musikalisch unterlegte, selbst einstudierte Quadrille aufführten. Im nächsten Programmpunkt zeigte Kirsten Schmelcher mit Friesenwallach „Jelke“, wie elegant sich die auch „Schwarze Perlen“ genannten schweren Pferde in der Dressur bewegen können. Wie wichtig der zuverlässige Partner Pferd bei ihren Einsätzen ist zeigten die Ersthelfer der Sanitätsreiterstaffel Bergstrasse der Johanitter bei ihrer anschaulichen Demonstration eines Unfalls mit Verletzten und Rettungswagen. Die Reiterstaffel kommt vor allem bei Veranstaltungen in schwer zugänglichen Gebieten wie Wanderungen oder einem Triathlon zum Einsatz, wobei man von der Geländegängigkeit und Wendigkeit der Tiere profitiert. Im Anschluss konnten auch einmal die „Senioren“ ihr Können unter Beweis stellen: die „U 50 Abteilung“ zeigte unter dem Motto „Reide Unna Fuffzisch Beigene“ (in hochdeutsch: „Reiten unter fünfzig Birkenau“), wofür das Kürzel RuF noch stehen kann und vor allem, dass es sich auch für Erwachsene lohnt, den Einstieg in den Reitsport zu wagen. Einen besonderen Auftritt bot die 14jährige Alexandra Meeter mit ihrer Stute Valentina, die in klassischer Kostümierung und dazu passender Barockmusik eine A-Dressur vorstellte. Den krönenden Abschluss bildete die rasante Springquadrille von Melanie Motschilnig, Katrin Törner, Katharina Martin und Alexandra Meeter unter der Anleitung von Hugo Heckmann, wobei die vier Reiterinnen unter dem Applaus der Zuschauer zu flotter Musik zeigten, was sie bei ihrem Ausbilder in den letzten Wochen gelernt haben. Am Ende waren sich alle einig: das Jubiläumswochenende ist rundum gelungen und der Verein freut sich auf die nächsten 40 Jahre Reitsport und Jugendarbeit.
